NRW, 01.06.2023
Verbaende schulkosten 2023 06 15
PM: Schulkosten bringen viele Eltern an die
Grenzen des Machbaren!
Elternverbände fordern eine offizielle Erhebung, wieviel Schule
tatsächlich kostet!
Auf Grundlage des Ergebnisses muss die auskömmliche
Finanzierung der Schulen als wesentliche Gelingensbedingung für
gute Bildung und Entwicklung unserer Kinder sichergestellt
werden. Die Lernmittelfreiheit darf nicht weiter ausgehöhlt
werden.
Kurz vor den Sommerferien bereiten sich die Familien schon auf
die Einschulung bzw. das nächste Schuljahr ihrer Kinder vor.
Vielen ist noch nicht bewusst, welche Kosten sie dafür insgesamt
werden tragen müssen. Nicht nur der Tornister ist teuer, auch bei
Materialien wie Heften, Ordnern, Stiften, Malsachen und
Sportzeug können die Familien häufig nicht das günstigste
Angebot wählen, weil die Schulen genaue Vorgaben machen.
Lernmittel wie Bücher fallen unter die vom Schulgesetz geregelte
Lernmittelfreiheit; die Familien brauchen eigentlich „nur“ ihren
Eigenanteil zu tragen. Doch Lernmittelbudget und Eigenanteil
reichen schon lange nicht mehr aus. Geräte wie z.B.
Taschenrechner zählen zudem nicht als Lernmittel, sondern sind
von den Familien zu finanzieren.
Mit Beginn des neuen Schuljahrs kommen dann die Kosten für
Lektüren, Materialien für den Fachunterricht, Ausflüge und
Klassenfahrten sowie gegebenenfalls für Essen,
Ganztagsbetreuung und ÖPNV dazu. Von Elternverbänden
durchgeführte Umfragen haben ergeben, dass die Familien in
manchen Schuljahren pro Kind Aufwendungen in der Höhe eines
durchschnittlichen Monatsverdiensts haben. Bei Anspruch auf
Sozialhilfe muss nicht alles selbst bezahlt werden, und Familien
mit kleinem Einkommen können einen Kindergeldzuschlag
beantragen, der die Kosten jedoch nicht deckt. Bei allen anderen
Familien wird keine Rücksicht auf Einkommenshöhe und
Kinderzahl genommen.
Um ihr Bildungsangebot nicht einschränken zu müssen, fordern
etliche Schulen weitere Beiträge wie „Kopiergeld“, machen die
Mitgliedschaft im Förderverein oder den Erwerb eines
bestimmten Tablets verbindlich. Für immer mehr Familien ist die
Belastbarkeitsgrenze erreicht. Viele Eltern kennen die rechtlichen
Grenzen für ihre finanzielle Inanspruchnahme nicht, schämen
sich, ihre wirtschaftliche Situation offenzulegen oder geben dem
Gruppendruck auf Elternabenden nach, statt zu protestieren. Die
Kommunen legen nicht offen, inwieweit die Ausstattung ihrer
Schulen auf mehr oder weniger freiwilligen Spenden beruht,
sondern profitieren stillschweigend vom Griff in die Taschen der
Familien. Die Kinder an sozial schwächeren Schulstandorten - ohne
finanzkräftigen Förderverein – werden dagegen immer weiter abgehängt.
Seit Jahren fordern die Verbände, dass Land und Kommunen erheben, wieviel
Schule tatsächlich kostet. Die Unterfinanzierung muss ein Ende haben! Die
Lernmittelfreiheit muss neu geregelt werden, damit Bildung nicht mehr von der
Liquidität der einzelnen Kommunen und Familien abhängt! Die erschütternden
Ergebnisse der aktuellen Vergleichstests haben uns gezeigt, wie ungleich die
Bildungschancen verteilt sind. Wann, wenn nicht jetzt, ist die richtige Zeit, um
die auskömmliche Finanzierung der Schulen als wesentliche Gelingensbedingung
sicherzustellen?
Gemeinsame PM der u.A. anerkannten Verbände in NRW
Neslihan Aksoy-Krüger (Vorsitzende) Elternnetzwerk NRW Integration
miteinander e.V.
Dr. Aysun Aydemir (Vorsitzende) Föderation Türkischer Elternvereine e.V.
(FÖTEV NRW)
Andreas Tempel (Vorsitzender) Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule–
Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens e.V. (GGG NRW e.V.)
Henrich Berkhof (Vorsitzender) Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen e.V.
(GLGL e.V)
Andrea Honecker (Vorsitzende) Katholische Elternschaft Deutschland in NRW
(KED NRW e.V)