Duisburg, 12.09.2018
Stellungnahme lek änderung der mindestgrößenverordnung
Dachverband der Stadt- und Kreisschulpflegschaften
c/o Elternschaft Duisburger Schulen, Friedrich-Wilhelmstr. 96, 47051 Duisburg
Tel. 0203-3462368 Mobil: 0157-74397707
Email: vorstand@lek-nrw.de
Homepage: www.lek-nrw.de
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An das Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW Völklingerstr.49 40221 Düsseldorf Duisburg, den 12.09.2018
Entwurf einer Zweiten Verordnung zur Änderung der Verordnung über die Mindestgrößen der Förderschulen und der Schulen für Kranke (MindestgrößenVO)
Ihr Zeichen: 221-2.02.02.02-146084/18
Sehr geehrte Frau Ministerin Gebauer,
sehr geehrter Herr Dr. Schrapper,
sehr geehrter Herr Herr Ulrich Pfaff,
sehr geehrte Frau Niegoth,
die Landeselternkonferenz NRW bittet Sie darum im Rahmen der Verbändebeteiligung den vorbezeichneten Entwurf betreffend, die folgende Stellungnahme zur Kenntnis zu nehmen.
Stellungnahme: Bezugnehmend auf den Verordnungsentwurf des Ministeriums möchten wir folgendermaßen dazu Stellung nehmen:
Wir sprechen uns gegen eine Änderung der Mindestgrößenverordnung und Absenkung der Schülerzahlen zur Erhaltung der Förderschulen im Bereich Lernen
Dachverband der Stadt- und Kreisschulpflegschaften
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und Entwicklungsstörung aus. Seit Jahren zeigen die rückläufigen Zahlen, dass
dieses Angebot von Eltern weniger gewählt wird, auch weil im Bereich dieses
Förderschwerpunktes gute Erfolge im Bereich des gemeinsamen Lernens erzielt
werden können und die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder dort ihren Schulabschluss
erreichen wesentlich höher ist, als in einer Förderschule, in der die Kinder nur unter
ihresgleichen unterrichtet werden. Auch kennen wir viele Berichte von Eltern, deren
Kinder ins gemeinsame Lernen von einer Förderschule mit Schwerpunkt LE
gewechselt sind, und der Schulalltag sowie die Lernerfolge an einer allgemeinen
Schule eine sehr positive Wirkung auf die weitere Entwicklung der Kinder hatte. Wir
sehen
im
Erhalt
kleinerer
Systeme
in
diesem
Bereich
eine
künstliche
Aufrechterhaltung einer Schulform für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, die
Ressourcen und Knowhow bindet, dass dringend an anderen Schulen benötigt wird
(sowohl an Förderschulen als auch an Schulen des gemeinsamen Lernens!) und
Kosten verursacht, die eher an anderer Stelle investiert werden könnten. Schon seit
langen
unterschreiten
viele
Förderschulen
im
Schwerpunkt
Lernen
die
Mindestgrößen und werden trotzdem weitergeführt.
Des Weiteren gibt es kaum Länder in der Welt, die diesen Förderschwerpunkt überhaupt definieren und bescheinigen. Deutschland ist neben Frankreich und Spanien eines der wenigen Länder, dass den Kindern eine solche „Behinderung“ attestiert. Schade finden wir an dieser Stelle auch, dass man den Gedanken nicht weitergetragen hat die Förderschulen zu öffnen, und zu Schulen des gemeinsamen Lernens werden zu lassen. Für einige Schülerinnen ist allerdings ein kleiner Klassenverband und ein kleineres System unter Umständen tatsächlich der bessere Förderort. Dazu braucht man jedoch keine spezielle Förderschule Schwerpunkt Lernen entsprechend eines Bedarfes, sondern könnte auch Förderschulzentren bilden, an denen Kinder mit ganz unterschiedlichen Bedarfen lernen und diese kooperativ an allgemeinbildende Schulen anbinden. Generell sollte es in allen Schulen kleinere Klassen geben, in denen Kinder in unterschiedlichen Lerngruppen gemeinsam arbeiten können und mehr Planungs- und Beratungszeiten für Lehrerinnen, auch im Sinne von multiprofessionellen Teams.
Dachverband der Stadt- und Kreisschulpflegschaften
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Eine separierte Förderschulgruppe oder Klasse an einer allgemeinbildenden
weiterführenden Schule (wie es sie auch schon an Berufskollegs gegeben hat/gibt)
halten wir ebenfalls nicht für unterstützenswert und sehen dies als zusätzliche
Stigmatisierung an, die dem inklusiven Gedanken nicht gerecht wird. Die Kinder
werden so immer die „Outsider“ bleiben, selbst wenn man geteilte Angebote schafft,
da sie einen anderen Status haben.
Insgesamt fehlt uns an dieser Stelle, auch in Zusammenhang mit den neuen Eckpunkten zur schulischen Inklusion eine progressivere Neuausrichtung von Schule die allen Kindern gute Bildungschancen ermöglicht, sowie eine durchdachtere Verfahrensweise, die vor allem auch finanziell und personell abgesichert ist.
Mit freundlichen Grüßen
Für den Vorstand der LEK
Vorsitz: Dr. Christina Herold, Andrea Lausberg-Reichardt, Dr. Jan Klug,
Beisitz: Anke Staar, Dr. Ulrich Meier, Werner Volmer, Stefanie Krüger-Peter