NRW, 01.12.2020
Schuss vor den bug ef 2020 12
Dachverband der Stadt- und Kreisschulpflegschaften
c/o Stadteltern Dortmund Anke Staar, Knappenstr. 15, 44149 Dortmund
Mobil: 0157-36583728
Email: vorstand@lek-nrw.de
Homepage: www.lek-nrw.de
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PM: Schuss vor den Bug – Schul-Crew ohne Kapitän? „Drehen Sie bei und stoppen das Schlingern!“
Die (wissenschaftlichen) Warnungen aus dem Krähennest vor der weißen Wand wurden seit
Tagen immer lauter, die Meuterei in der Crew immer größer. Intransparenz und fehlende
Testkapazitäten ließen die Sorge vor asymptomatischer Infizierung in vollen Klassenräumen
und Bussen wachsen. Nun wurde der Kapitän auf die Planke geführt von Landgängern –
krisengerechtes Fairplay geht anders und menschliches Miteinander erst recht!
Doch den vielen Forderungen der Schul-Crew nach einem frühzeitigen Kurswechsel in
sicherere Gewässer ist auch der Schul-Kapitän nicht nachgekommen, die Meuterei wuchs. So
ist das Schiff immer mehr ins Schlingern geraten und der Kommunikationsfunk zur Crew ist
gestört. Bei zunehmend schwerem Wetter steigt jetzt die Angst selbst über Board zu gehen.
Alle möchten beidrehen und einen sicheren Hafen ansteuern und bräuchten wieder einen
starken Kapitän, der aber von seiner Rederei angeschossen wurde! Die andauernd hohen
Infektionsfallzahlen in den letzten Wochen, ohne spürbare Verbesserung der Situation,
bestätigen die Forderungen vieler Crews, dass schon früher konsequentere Maßnahmen und
Alternativen hätten ergriffen bzw. vorbereitet werden müssen. Das nun notwendige
Wendemanöver wird deshalb hart und kostet viel Energie, die kaum noch jemand hat.
Nun müssen die einzelnen Beiboot-Crews am Wochenende versuchen, die sturmanfälligen
Jollen bis Montag seeklar zu bekommen. Das ist besonders schwierig, weil sie nicht einmal
wissen, wie groß die Gesamtcrew sein wird. Immer noch fehlende Ladung von
Kommunikationssystemen verhindert auch, dass ein guter Hybrid-Funk möglich sein wird.
Viele Reedereien (Kommunen) leiden unter Lieferschwierigkeiten, so dass es zu großen
Benachteiligungen und Havarien kommen wird und das Lernen auf Distanz oder im
Hybridunterricht stark erschwert bleibt.
Wenn dann auch noch bei schwerem Seegang Matrosen Prüfungen ablegen müssen, sind
Probleme vorhersehbar, denn leider wurden keine Rettungsleinen und Stabilisatoren
eingebaut, um auch bei schwerer See manövrieren zu können
Ja, wir brauchen offene Schulschiffe, doch nicht nur für Bildung, sondern auch
für Betreuung, Förderung und Therapien, aber nicht bei voller Fahrt in
Sturmzeiten ohne Rettungsweste!
Wieder einmal fordern die Crews deshalb die Einrichtung von Betreuungs- und
Förderangeboten (insbesondere) für Kinder mit Benachteiligungen und für Kinder
systemrelevanter Eltern, auch an den Feier- und Ferientagen. Anders als gewöhnlich haben
Besatzungsmitglieder anderer Crews aufgrund der angespannten Situation keinen Landgang
Dachverband der Stadt- und Kreisschulpflegschaften
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erhalten, sondern wurden dienstverpflichtet und dürfen das havarierende Schiff nicht
verlassen, sondern versuchen es vor dem Untergang retten.
Der Kapitän muss nun die Voraussetzung schaffen, dass die Schultanker jetzt seeklar für
Widrigkeiten in der Weihnachtszeit, für das kommende Jahr und für die lange Reise in viele
unbekannte Gewässer gemacht werden können! Nur mit dieser Sicherheit kann die Crew
auch wieder die schönen Dinge auf der Reise wahrnehmen.
Chancengerechtigkeit beginnt bei der Partizipation der Entscheidungen, der Präzision in der
Formulierung und braucht unausweichlich den gemeinsamen Dialog. Nur so können wir an
Klippen vorbei navigieren. Geben Sie deshalb einer dritten Welle keine Chance mehr und
nutzen Sie alle möglichen vorhandenen mechanischen Schutzmittel und unsere Bereitschaft
zu helfen!
Weil wir die Schaumkrone der zweiten Welle aber noch längst nicht durchbrochen haben,
noch nicht wieder nach den Sternen navigieren können, viel zu viele über Bord gehen,
brauchen wir Solidarität und Empathie für die Lehrkräfte, Eltern, Kinder und alle anderen
Beteiligten, aber keine Nebelfahrt. Geben Sie Sicherheit, dass es zu keinen Nachteilen
kommt und vermeiden sie bestmöglich weitere Benachteiligungen.
Um der Welle zu entkommen und der nächsten auszuweichen, fordern die Beiboot- Crews
einen neuen, klaren gemeinsamen Kurs und reichen den Kapitän die offene Checkliste:
• Passen Sie (Präsenz) Prüfungen und Klausuren an und ermöglichen Sie den Schulen
Alternativen und eine generelle Aussetzungen in nicht abschlussrelevanten Stufen!
• Ermöglichen Sie noch vor den Ferien das Austeilen vorhandener Endgeräte an alle
bedürftigen Schülerinnen in der kommenden Woche!
• Sichern Sie grundsätzlich die Betreuung für alle Schülerinnen, die es brauchen,
insbesondere auch für (ältere) Schülerinnen mit einem sonderpädagogischen
Förderbedarf oder mit einer Behinderung!
• Legen Sie sofort weitere Ferienförderprogramme für benachteiligte Schülerinnen
auf!
• Legen Sie Betreuungsangebote in den Weihnachtsferien für Kinder von Eltern in
systemrelevanten Berufen auf!
• Sorgen Sie schon jetzt für die Bereitstellung von Mitteln für Ferienprogramme in
den Osterferien, damit die Träger die Maßnahmen planen können! Aus den
Erfahrungen der letzten Monate ist dies unabdingbar.
• Sichern Sie die häusliche Unterstützung durch Schulbegleitung! Dafür brauchen
Träger Planungssicherheit, durch die Zusage der Mittelübernahme nach regulär
Stundentafel, damit nicht weitere Begleitungen verloren gehen.
• Richten Sie sofort standardisierte neutrale Weiterleitungsmailadressen ein, mit
der alle Schulpflegschaften erreicht werden können, so dass alle Eltern dieselben
wichtigen Informationen erhalten!
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• Stellen Sie vulnerablen Schüler- und Lehrergruppen endlich ausreichend Schutzmittel, auch FFP2-Masken zur Verfügung und sichern Sie damit die Teilhabe dieser Gruppen! • Erstellen Sie alternative Unterrichtsmodelle und lassen Sie angepasst an die Fallzahlen innerhalb einer Kommune für alle Schulen Wechsel-, Schicht- oder Hybridunterricht zu! • Ermöglichen Sie die rasche Anschaffung von weiteren Infektionsschutzvorrichtungen z.B. Trennwände, Luftreiniger, Schnelltests etc…, damit zusätzliche Sicherheiten geschaffen werden können – wie das inzwischen in jedem Landtag, in Gerichten, dem Bundestag etc. ermöglicht wurde! • Stellen Sie Transparenz und Dialog wieder her, damit wir alle sicher ans Ziel kommen.
Dieses Weihnachtsfest ist von Existenzsorgen überschattet und bringt zusätzlichen Stress,
Kummer und viele Entbehrungen mit sich. Diese hohe emotionale Belastung der Familien,
Lehrkräfte und des sonstigen schulischen Personals darf nicht ausgeblendet werden.
Wir allen sind nun verantwortlich, dass systemrelevante Helfer*innen aller anderen
Schiffs-Crews, unsere volle Flankierung bekommen, denn für sie wird es kein Fest der
Freude und keine Erholungszeit, sondern eine wiederholte extreme Belastung. Die
Prognosen der Wissenschaft und Medizin sind unzweifelhaft, die Empfehlungen endlich
ernst zu nehmen.
Wir wünschen ALLEN eine hoffentlich gesegnete Zeit– trotz der uns großen bevorstehenden
Herausforderungen und allen Widrigkeiten - dass niemand an den Feiertagen einsam bleibt,
dass Hilfen ankommen, dass Kranke genesen, Trauernde Unterstützung bekommen und alle
durchhalten- Wir fordern Ihre Solidarität und erwarten ein gemeinsames geschlossenes
Vorgehen zum Schutz aller vulnerablen Gruppen, zum Wohle aller!
IHR LEK NRW Vorstand Dortmund, 11.12.20