NRW, 01.03.2020
Pm lek nrw abschluss und kommunikation end
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PM – Schulabschluss und Kommunikation
Unsere Kinder brauchen ein Perspektive und Sicherheiten!
Corona wird uns alle, soweit absehbar, auch in den kommenden Monaten herausfordern. Doch wir
möchten unseren Kindern Hoffnung, eine Perspektive und Sicherheit in dieser Zeit und danach
geben. Besonders berücksichtigt werden müssen auch die finanziellen und sozialen Unterschiede in
der Gesellschaft, insbesondere der Familien. Es darf nicht zu noch größeren sozialen Verwerfungen
kommen!
Deshalb bitten wir die Landesregierung und das Ministerium für Schule und Bildung, trotz aller schon
großen geleisteten Kraftanstrengungen, nun dringlich weitere Klarheiten zu schaffen.
Gegen Ende des Schuljahres stehen viele Abschlussprüfungen in allen Schulformen an: Nach der
Klasse 10, das Abitur und andere Fach-Abschlüsse. In den Berufskollegs und Berufsschulen geht es
zusätzlich um die Abschlüsse der Auszubildenden, die zum Teil auch praktische Prüfungen
beinhalten.
Den Schülerinnen müssen die Abschlüsse in diesem Schuljahr ermöglicht werden, damit diese sich
für eine Anschlussausbildung bewerben können, sei es für ein Ausbildungsplatz oder ein
Studienplatz. Andernfalls geht ein Ausbildungsjahr verloren! Aus diesem Grund müssen die Termine
für die Abschlussprüfungen schnellstmöglich, noch vor Ostern, terminiert werden, wenn sie denn
stattfinden sollen. Schülerinnen können nicht unbefristet Lernen, sondern brauchen ein Ziel. Sollte
sich das Ministerium für eine andere Art der Abschlüsse ohne Durchführung der Abschluss-Prüfungen
entscheiden, wie bei der KMK diskutiert, muss das auch dringlich bekannt gegeben werden.
Hierbei wären bundesweit einheitliche Entscheidungen wünschenswert. Es darf nicht sein, dass
einige Bundesländer die Prüfungen wie gehabt durchführen und andere Schülerinnen anderer
Bundesländer dann bei Einschreibungen oder Ausbildungen benachteiligt werden.
Für die Abschlussprüfungen müssen sich die Schülerinnen gut vorbereiten. Bisher wurden diese von
den Lehrerinnen durch entsprechend angepassten Unterricht und zusätzliche Angebote unterstützt.
Diese Möglichkeiten sind nun stark reduziert. Auch die Vorbereitung durch Heimarbeitsgruppen ist
stark eingeschränkt. Die Kommunikation erfolgt über von Lehrerinnen bereitgestellte
Arbeitsaufgaben die per Mail, per Post und/oder über Plattformen wie Logineo, Moodle etc.
verschickt werden. Schülerinnen nutzen zum Austausch aber häufig Plattformen wie WhatsApp
oder Skype. Die direkte Kommunikation zwischen Lehrerinnen und Schülerinnen ist nicht gleich
oder rechtlich einwandfrei geregelt. Auch die Nutzung von Lernplattformen bedarf nun einer
dringlichen Klarstellung. Es darf aber auch die Situation von sozial schwachen Familien und solche mit
Migrationshintergrund nicht vergessen werden. Diesen Schülerinnen stehen diese Möglichkeiten
nicht uneingeschränkt zur Verfügung, ihnen fehlen häufig eigene Endgeräte. Lernen und
Vorbereitung auf die anstehenden Abschlussprüfungen erfolgt nun unter nicht vergleichbaren
Umständen. Den Schülerinnen dürfen daraus keine Nachteile entstehen.
Die Umstellung auf Home-School verlangt, dass via Erlass die Schulen in die rechtliche Lage versetzt
werden alle Schülerinnen in zugelassenen Lernplattformen anzubinden. Dazu muss jeder Haushalt
mit schulpflichtigen Kindern sofort einen Internetzugang erhalten, sofern nicht vorhanden. Alle
Schülerinnen müssen ein geeignetes Endgerät zur Verfügung gestellt bekommen, falls nicht
vorhanden z.B. als schulisches Leihgerät.
Die augenblickliche Situation zeigt uns allen nochmal deutlich, wo schon lange Schwächen im System
liegen. Da ist die jahrelange Forderung der Elternverbände nach einer Vernetzungsstruktur für die
Erreichbarkeit der Eltern, die nun schnellstmöglich per Erlasse hergestellt werden sollte, nur eine
wichtige Entscheidung, die jetzt sofort angeordnet werden muss. Dazu muss verbindlich eingefordert
werden, dass Eltern über E-Mail-Adressen, mindestens Telefonnummern erreichbar sein müssen, so
dass ein Kontakt immer hergestellt werden kann. Die institutionelle Vernetzung ist nun unerlässlich.
Diese Anpassungen sind nicht nur wichtig, um weitere soziale Verwerfungen und Benachteiligungen
zu verhindern, sondern muss als große Chance erkannt werden. Die große Herausforderung muss
also lauten, wie binden wir alle Schülerinnen an, stellen eine Chancengleichheit her und entlasten
dann auch wieder die Eltern bei ihrer Erziehungs- und Bildungsverantwortung.
Wir danken allen Lehrer*innen, die nun schon viel angestoßen haben und sich weiterhin um die
Bildung unser Kinder bemühen. Geben Sie, als politisch Verantwortliche, nun unseren Kindern und
den Schulen eine Perspektive und Sicherheit!
LEK-NRW Vorstand