Dortmund, 12.03.2021
Lek pm zentrale abschlussprüfungen im krisenjahr ef
Dachverband der Stadt- und Kreisschulpflegschaften
c/o Stadteltern Dortmund, Anke Staar, Knappenstr. 15, 44149 Dortmund
Mobil: 0157-36583728
Email: vorstand@lek-nrw.de
Homepage: www.lek-nrw.de
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Dortmund, 12.3.2021
PRESSEMITTEILUNG
Zentrale Abschlussprüfungen (ZP10) in einem chaotischen Jahr sind ungerecht!
Manche Schulen nutzen die Freiheiten, die ihnen das Schulministerium in der Krise nun mit
der letzten Schulmail eingeräumt hat, emphatisch und umsichtig, ermöglichen
gleichermaßen Ankommen, Begegnung, Bildung, Betreuung und Förderung. Doch leider
kann man das nicht allgemein sagen. Manche Schulen bzw. Lehrkräfte, die in der Zeit des
reinen Distanzunterrichts kaum Kontakt gehalten oder die Schülerinnen mit mehr
Lernaufgaben überhäuft haben, als selbst die Leistungsstärkeren abarbeiten konnten,
kennen jetzt nichts als testen, prüfen, beurteilen und drohen. „Jetzt sollte die Zeit sein, sich
auf das Aufarbeiten grundlegender Unterrichtsinhalte besonders in den Kernfächern sowie
die Förderung zum Aufarbeiten von Defiziten zu konzentrieren, was fachfremden Unterricht
und die Arbeit in multiprofessionellen Teams erfordern würde. Stattdessen ignorieren einige
Schulen die großen Ungleichheiten und Wissenslücken, die sich aufgetan haben, und
machen Unterricht nach Schema F“, wundert sich die stellvertretende Vorsitzende der LEK
NRW Andrea Lausberg-Reichardt.
Dass unter diesen Umständen vom Ministerium an zentralen Abschlussprüfungen wie den
ZP10 festgehalten wird, erbittert Eltern, deren Schulen und Kinder schlechter durch die
Corona-Zeit gekommen sind, weil Ausstattung und viele weitere Benachteiligungen nicht
mehr wegdiskutiert werden können. Wie kann es sein, dass die Versäumnisse der
Bildungspolitik nun zulasten dieser Kinder gehen sollen? Wo bleibt da die
Chancengleichheit? Die LEK NRW fordert, endlich vom Dogma der zentralen Prüfungen
abzurücken und damit den Schulen Raum zu geben, auch den Schülerinnen ein gutes
Angebot zu machen, die derzeit unter diversen Benachteiligungen und Gefährdungen leiden.
Andere Bundesländer haben darauf schon längst reagiert.
Die Scheu vor dezentralen Prüfungen oder das Erlassen der Prüfungen, zeugt vom
mangelndem Vertrauen in die Urteilsfähigkeit der Lehrkräfte und ist unverständlich für alle
Beteiligten. „Nicht wenige von uns Eltern haben unsere Abschlussprüfungen dezentral
abgelegt und sogar nach den Kurzschuljahren 1967/68 erfolgreich Berufsausbildung oder
Universitätsstudium absolviert. Warum ist, was damals möglich war, heute nicht zur
Krisenbewältigung denkbar?“ wundert sich Beisitzerin Karla Foerste.
„Gerechtigkeit bedeutet auch, dass Schüler*innen, die nach zehn Schuljahren mit einer
Prüfungen die Fachoberschulreife erreicht haben, auch ohne Qualifikationsforderungen
eines festgesetzten Notendurschnitt in die gymnasiale Oberstufe wechseln dürfen“, fordert
Astrid Bauer, „Sie müssen eine vergleichbare Chance erhalten sich bis zum Abitur beweisen
zu können!“ Es muss hier eine Gleichbehandlung zwischen der gymnasialen und allen
anderen Schulformen geben.
Dachverband der Stadt- und Kreisschulpflegschaften
c/o Stadteltern Dortmund, Anke Staar, Knappenstr. 15, 44149 Dortmund
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„Das Schuljahr ist und bleibt vermurkst! Deshalb darf es kein automatisches Sitzenbleiben
geben, sondern den Schülerinnen müssen Angebote der Förderung und das Angebot einer
freiwilligen Wiederholung gemacht werden, die nicht auf die Gesamtverweildauer
angerechnet werden darf,“ fordert die Vorsitzende der LEK NRW, Anke Staar „Dazu muss es
verbindliche gemeinsame Beratungsgespräch mit Eltern und Schülerinnen geben. Es gilt
Förderangebote zu schaffen und Chancen zu geben. Auch das hat etwas mit psychischer
Belastung und Gesundheit aller Beteiligten zu tun.“
Die Richtschnur muss sein:
Ein tägliches reduziertes „echtes“ Präsenzangebot für alle Schülerinnen durch Nutzung des Ganztags unter Einhaltung des Gesundheitsschutzes.
Ein attraktives Förderangebot, wo und wie immer möglich: digital, in Präsenz oder hybrid.
Anerkennung der schnellen Anpassung und erbrachten Leistungen aller
Schülerinnen.
Setzt den Schülerinnen eine Krone auf und kümmert Euch um diejenigen, die verloren
gegangen sind, denn das darf uns im kommenden Schuljahr nicht wieder passieren!
LEK-NRW Vorstand Dortmund, 12. März 2021