NRW, 01.06.2022
Ernennung schulministerin feller 2022 06 29
Dachverband der Stadt- und Kreisschulpflegschaften
c/o Anke Staar, Knappenstr. 15, 44149 Dortmund
Mobil: 0157-36583728
Email: vorstand@lek-nrw.de
PM zur Besetzung des wichtigsten Ministeriums für die Zukunft unserer Kinder
Wir gratulieren Frau Feller zur Ernennung zur Ministerin für Schule und Bildung!
Mit Freude nehmen wir zur Kenntnis, dass das Schulministerium von Frau Feller als
versierter Verwaltungsjuristin übernommen wird und sie schon den Koalitionsvertrag für den
Bereich Schule und Bildung mitgestaltet hat. Der Zukunftsvertrag unterstreicht ihr Interesse
am Ausbau der Digitalisierung und dem Erhalt der Schulen im ländlichen Raum.
Ebenso wichtig ist der kontinuierliche Schulbau auch in den Städten, der dringend der
Unterstützung der Landesregierung bedarf. Der räumliche und personelle Notstand in
Schulen, auch hinsichtlich des kommenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung, wird
eine der größten Herausforderungen dieser Legislaturperiode sein. Nur durch ein enges
Zusammenwirken des Schulministeriums mit den Ministerien für Familien, Finanzen und
Kommunales sowie den kommunalen Spitzenverbänden und allen Bildungsakteuren kann
überhaupt eine signifikante Verbesserung erzielt werden.
Sollen Schulformen zusammengeführt werden, wie aktuell bei der Einrichtung von
Hauptschulklassen an Realschulen geplant ist, darf dies nicht zu einer schlechteren
personellen und sächlichen Versorgung oder zu Abstrichen bei der individuellen Förderung
führen. Ist ernsthaft daran gedacht, an Förderschulen Inklusion zu verwirklichen, müssen
diese „Schulen des gemeinsamen Lernens“ für alle Schülerinnen und Schüler werden. Eine
Deckelung der Klassengröße im Gemeinsamen Lernen ist unerlässlich, wobei wir die
beabsichtigte Erhöhung von 23 auf 25 Kinder sehr bedauern.
Den Sozialindex auszubauen, auch mit der geplanten Einrichtung von 1000 Talentschulen, ist
ein notwendiger Schritt in Richtung Bildungsgerechtigkeit. Schulen in Ruhe arbeiten zu
lassen, heißt aber auch, dass Schulen am Bedarf der Kinder orientiert weiterentwickelt
werden müssen. Chancengleichheit muss endlich von der Liquidität der Familien und
Kommunen unabhängig werden. Dazu ist die Ausstattung der Schülerinnen und Schüler mit
Endgeräten begrüßenswert, sofern sie über die Lernmittelfreiheit gedeckt wird. Die
grundsätzlichen Kosten für Bildung einschließlich der Nutzung des ÖPNVs,
Betreuungsgebühren, Mensaessen etc. müssen ehrlich benannt werden.
Wir hoffen auf eine gemeinsame gute Bildungspartnerschaft und wünschen der neuen
Ministerin Frau Dorothee Feller und ihrem Staatssekretär Dr. Urban Mauer bestes Gelingen
bei der Bewältigung der Aufgaben in diesem wertvollen und spannenden Ressort!
Der Vorstand der LEK NRW
Dortmund, den 29.06.2022